PEEKfeine Bauteile - Der 3D-Druck Industrie-Podcast

E012 - Michael Worm, Würth: Von der Schraube zum gedruckten Helferlein

Jun 26

3D-Druck beim größten Schraubenhändler der Welt? Michael Worm erklärt, wie Würth additive Fertigung ins C-Teile-Geschäft integriert, warum man Schrauben (noch) nicht drucken kann und was KI damit zu tun hat.

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Über den Gast

Michael Worm ist seit rund zehn Jahren in der additiven Fertigung aktiv und bei der Adolf Würth GmbH & Co. KG im Bereich Zukunftsmanagement tätig. Zuvor war er bei der Würth Industrie Service verantwortlich für die Geschäftsentwicklung 3D-Druck. Er begleitet den Aufbau des AM-Portfolios unter der Marke CPS®WAM und die Partnerschaft mit Prusa für den europäischen Markt.

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Zentrale Themen und Erkenntnisse

Was sind C-Teile?

Würth versorgt rund 650.000 Kunden in Deutschland mit etwa 125.000 Artikeln, von der klassischen Schraube bis zu Betriebsmitteln und Werkzeugen. C-Teile sind Artikel mit hohem Umsatz und niedrigem Einzelwert, die oft über automatische Versorgungssysteme direkt in die Produktion geliefert werden.

3D-Druck als zweites Puzzleteil

Das AM-Portfolio bei Würth gliedert sich in zwei Bereiche: erstens Produkte wie Drucker und Filamente unter eigenem Qualitätsversprechen, zweitens ein wachsender Servicebereich, der Kunden von der Bauteilbewertung über die Konstruktionsberatung bis zur Qualitätssicherung begleitet. Ziel ist ein ganzheitliches System, das auch Kunden ohne CAD-Kenntnisse zugänglich ist.

Kann man Schrauben drucken?

Würth hat es untersucht. Im Metalldruck lassen sich Gewindegeometrien heute geometrisch darstellen, aber die prozessbedingten Rauheiten erfordern weiterhin ein Nachschneiden. Wirtschaftlich ist es noch nicht. Michael Worms Fazit: 3D-Druck ist eine Nischentechnologie mit klarer Berechtigung, aber kein Allheilmittel.

Prusa statt Eigenmarke

Würth vertreibt bewusst keine eigenen Drucker unter eigenem Namen. Die Partnerschaft mit Prusa wurde gewählt, weil das Open-Source-Konzept spätere KI-Integration erlaubt und europäische IT-Sicherheitsanforderungen erfüllbar macht.

Konvergenz als Zukunftsmodell

Michael sieht die größten Sprünge nicht in einzelnen Technologien, sondern in ihrer Verbindung: intelligente Algorithmen, die Druckprozesse in Echtzeit regeln, Materialwissen, das direkt in die Maschinensteuerung einfliesst, und digitale Zwillinge, die Bauteile vor dem Druck simulierbar machen.

Haftung als unterschätztes Thema

Ein eindrückliches Beispiel aus dem Gespräch: Eine gedruckte Bohrtiefenschablone aus Kunststoff kann durch Schwingungen ermüden. Im Worst Case ein Sicherheitsrisiko. Wer haftet? Die Frage ist noch nicht abschliessend geregelt und mahnt zu Sorgfalt beim Einsatz dezentral gedruckter Bauteile.

Der Rat an Zögernde

Scheuklappen ablegen und einfach anfangen. Die Erfahrung mit der Technologie öffnet den Blick für sinnvolle Anwendungen. Ein Schritt ergibt den nächsten.

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Links

Bastian Gaedike auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/bastiangaedike/

Michael Worm auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/michaelworm/

Würth Additive Manufacturing: https://www.wuerth-additive-manufacturing.de

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